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"Halb so wild"

Kim Wilde, Rocklegende, Powerfrau und Hobbygärtnerin beim Durchblick-Interview. © du-4-wilde.jpg 80er Rock-Ikone Kim Wilde will´s nochmal wissen: Und präsentiert sich auf ihrem neuen Album „Never Say Never“ in Topform. Die gar nicht so wilde Kim im Durchblick-Interview über Highlights ihrer Karriere, peinliche Situationen und die schöne Landschaft Österreichs.
Gleich vorweg: Die heute 46-jährige Kimberley Smith ist eine unglaublich nette Person, eine, mit der man Pferde stehlen kann, die aber auch etwas Zerbrechliches an sich hat. Und eine, die 2 Karrieren hinter und noch mindestens eine vor sich hat: Seit den 80ern rockt sie als Kim Wilde die Bühnen dieser Welt, und seit den späten 90ern ist sie als Mama zweier Kids auch noch als Expertin für „Garten & Pflanzen“ im englischen Fernsehen tätig, schreibt nebenbei noch Bücher mit Titeln wie „Garten für Kinder“: „Eure Landschaft hier in Österreich ist wunderschön!, Was es hier für schöne Rosen gibt,“ bricht es aus ihr heraus, denn das „Gärtnern“ ist ihr ein Herzensanliegen. Wie eben auch die Musik: Gerade hat sie einen neuen Plattenvertrag unterschrieben. „Ich hätte nie gedacht, dass ich noch mal eine Platte aufnehme“, lacht sie. Aber vor 3 Jahren stürmte sie im Duett mit Nena alle Hitparaden: „Anyplace, Anywhere, Anytime“ bescherte der symphatischen Kim den Neustart zu ihrer 2. Karriere im Musikgeschäft. Und das obwohl sie doch zuvor schon alles erreicht hat. Auch das, wovon alle Musiker träumen: den Nummer 1 Hit in den USA zu landen.
Sag Kim, erinnerst Du dich noch als Du Deinen ersten Nummer 1 Hit in Amerika - quasi den „Ritterschlag“ zum Superstar - hattest? „Ja schon, aber das war kein guter Tag...“ Und wieso, bitte sehr? „Da war ich den ganzen Tag beim Zahnarzt, das mit dem Hit hab ich nur so nebenbei mitbekommen.“ Dennoch war dieser Tag wohl auch ein Grundstein ihres erfolgreichen Weges, der mit Hits wie „Kids in America“, „Cambodia“ oder „You Came“ gepflastert ist.
Die vorgegebene Zeit unseres Interviews ist eigentlich schon um, die Promoterin ihrer Plattenfirma blickt schon auf die Uhr. Aber die Kim ist mittendrin in unserer angeregten Plauderei. Und erzählt lustige Geschichten...
Was war denn so das Peinlichste, was Dir in all den Jahren passiert ist? „Nun, das war wohl bei einem Auftritt in Belgien. Mein Bruder war im Publikum und ich stellte ihn vor und widmete ihm das nächste Lied, aber ich hab ganz spontan – den Text vergessen. Also hab ich einen ganzen Song lang nur ´La, la, la...´ gesungen.“
Doch es geht noch besser: „Als ich mit 20 gerade anfing, in England bekannt zu werden, traf ich in London einen Starproduzenten der damaligen Zeit. Ich lud ihn spontan zu einer Party ein, die ich noch am selben Abend geben wollte. Nur, dass ich damals noch bei meinen Eltern in Hartfordshire wohnte, also in einer sehr, sehr langweiligen Gegend. Und so verlief auch die Party, und war typisch für die Gegend bald zu Ende. Um halb zwölf Uhr nachts schlief ich bereits tief und fest. Am nächsten Morgen war mein Vater dann sehr böse mit mir, denn der Starproduzent war gegen 1 Uhr morgens mit seiner Freundin extra aus London zur vermeintlichen Party auf dem Lande angereist. Und mein Vater hat ihn einfach verjagt. Ich hatte davon rein gar nichts mitbekommen und schämte mich sehr. So würde ich nie ein Rockstar werden, erklärte ich meinem Daddy...“ Aber sie wurde doch ein Star.

Mit blinden Menschen hat die blonde Kim viel positive Erfahrungen: „Eines meiner Kindermädchen war blind und ihr Mann brachte ihr bei, sich selbst zu schminken. Ich fand es phantastisch, wie sie das hinbekam, ohne zu sehen, denn sie machte das einfach super und sah toll aus. Dafür bewunderte ich sie sehr...“

Dr. Rainer Kavalir


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