Der "Tag des weißen Stocks" - ein voller Erfolg
Ansprachen, Prominente und große Geschenke
Bereits 1964 wurde der 15. Oktober von den Vereinten Nationen zum „Tag des Weißen Stocks“ ausgerufen, der auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam machen soll. Das Symbol des weißen Stocks wurde 1930 in Paris ins Leben gerufen und dient bis heute als Schutz und Erkennungszeichen für blinde und sehbehinderte Menschen.
Ein Leben ohne Licht bringt zwangsläufig deutliche Einschränkungen im Alltag mit sich. Die Probleme beginnen bereits bei herkömmlichen alltäglichen Dingen, wie zum Beispiel dem Lebensmitteleinkauf. Blinden und sehbehinderten Menschen steht nur ein begrenztes Berufs- und Freizeitangebot zur Verfügung, ebenso müssen sie Abstriche bei der Teilnahme am kulturellen Leben machen.
Dr. Dagmar Millesi unterstützt den Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband
Seit Jahren beschäftigt sich die österreichische renommierte Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie Dr. Dagmar Millesi auch immer mit sozialen Anliegen. Am 15. Oktober, dem „Tag des Weißen Stocks“, übergab Dr. Dagmar Millesi rund 2.500 Hörbücher aus ihrer privaten Sammlung an den Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband. Die 2.500 Hörbücher entsprechen, abgesehen vom persönlichen Wert, einem ungefähren Geldwert von über 50.000 Euro. Mit dieser Spende zollt die Chirurgin den blinden und sehbehinderten Menschen auch großen Respekt. Die 2.500 Hörbücher spezialisieren sich auf klassische literarische Werke, aber es sind auch Bücher der aktuellen und der letzten Bestseller-Listen in der umfangreichen Sammlung inkludiert.
Dagmar Koller freut sich über die Unterstützung des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes durch Dr. Dagmar Millesi
Bei der feierlichen Übergabe der 2.500 Hörbücher am 15. Oktober 2008 strich auch Dagmar Koller, deren Mann Dr. Helmut Zilk ein großer Förderer ist, hervor, wie wichtig es ist, blinde und sehbehinderte Menschen zu unterstützen. „Es muss fürchterlich sein von einen auf den anderen Tag das Augenlicht zu verlieren und plötzlich keine Farben mehr sehen zu können“, erklärte Dagmar Koller. „Doch sind diese Menschen viel sensibler und können oft die Farben fühlen“, ergänzte Koller.
Karlheinz Hackl und Gerhard Blaboll haben Auszüge aus dem Buch von Gerhard Blaboll „Von Kranken und Gsunden“ gelesen und Michael Hoffmann hat für das musikalische Rahmenprogramm gesorgt. Moderiert wurde die Übergabe von Günther Bahr, „The Voice“, der in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts „Autofahrer unterwegs“ gemacht hat.
Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband:
Am Beginn des 19. Jahrhunderts erfand Louis Braille die Blindenschrift, die nach ihm benannt wurde (Brailleschrift), und ermöglichte somit blinden und sehbehinderten Menschen eine gewisse Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. 1946 wurde die bundesweite Organisation „Österreichischer Blinden- und Sehbehindertenverband“ in allen 9 Bundesländern ins Leben gerufen.
Seit März 2008 steht Mag. Gerhard Höllerer als Präsident an der Spitze des Verbands. Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband besteht aus 7 autonomen Landesverbänden, in jedem Bundesland einer, wobei die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland zu einem Landesverband zusammengefasst sind. Der Verband wird von Mitarbeitern, ehrenamtlich tätigen Mitgliedern und freiwilligen Helfern organisiert und verwaltet.
Hauptaufgaben des Verbands:
Zu den Hauptaufgaben des Verbands zählt, die Interessen der Mitglieder in allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu vertreten. Es wird sowohl eine schulische und berufliche als auch eine gesellschaftliche Integration gefördert. Diskriminierungen soll entgegen gewirkt werden. Der Verband stellt Hilfsmittel für den alltäglichen Gebrauch zur Verfügung.
Leitidee des Verbands:
Die Organisation basiert auf dem Gedanken der Selbsthilfe, womit gemeint ist, dass sich der/die Betroffene sein/ihr Leben so gut wie möglich selbst organisiert und nicht bei jeder noch so kleinen Tätigkeit auf Hilfe anderer angewiesen ist. Beim Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband handelt es sich um eine Betreuungseinrichtung für alle sehgeschädigten Menschen. Die Mitarbeiter stehen Blinden und auch deren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen sie in allen Lebensbereichen.
Themen, die dem Verband besonders am Herzen liegen und gefördert werden: Arbeitsplatzassistenz, Mobilität und Orientierung. Wohl eines der zentralsten Themen ist mehr Lebensqualität durch selbstständige Lebensführung zu ermöglichen.
Die hauseigene Hörbücherei:
1957 gründet Kommerzialrat Hans Hirsch den Verband der Kriegsblinden Österreichs und begann bereits im Jahr 1958 mit dem Verleih von Hörbüchern. Anfänglich bestand die Hörbücherei aus 150 Werken auf Spulbändern. 1990 wurde die Hörbücherei des Verbands der Kriegsblinden Österreichs durch die Hörbücherei des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes übernommen. 1994 begann man den Verleih auf EDV umzustellen und 2002 erreichte auch die Digitalisierung den Altbestand der Hörbücher.
Derzeit befinden sich ungefähr 100.000 Kassetten und etwa 1200 CDs in der Hörbücherei, in deren Rahmen Werke verschiedenster Arten auf Tonträger aufgesprochen wurden. Kopien werden ohne jegliches kommerzielles Interesse ausschließlich an blinde und solche Personen, die aus anderen medizinischen Gründen nicht lesen können, verliehen.
Mag. Gerhard Höllerer nahm die Hörbücher mit großer Freude entgegen
Für den Präsidenten des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes Mag. Gerhard Höllerer bedeutete die Übergabe eine große Freude: Immerhin erfuhr die Hörbücherei durch die 2.500 Hörbücher eine deutliche Aufwertung. Den blinden und sehbehinderten Bezieherinnen und Beziehern der Hörbücherei wurde mit einem Schlag der Zugang zu unzähligen Werken der Literatur möglich, die ihnen bis dato schlicht nicht zur Verfügung standen.
Ein besonderer Moment wurde erreicht durch das Zusatzgeschenk, das Dr. Dagmar Millesi in aller Stille vorbereitet hatte. Als sie sämtliche Hörbücher auch in digitalisierter Form auf einer Festplatte an Mag. Gerhard Höllerer überreichte, war ihm die Freude über das unerwartete, höchst wertvolle Zusatzpräsent ins Gesicht geschrieben; mehr noch: In großer Dankbarkeit und ebenso großer Bestimmtheit machte er klar, dass er diesen Schatz jetzt nicht mehr aus der Hand geben würde.
9.500 Hörbücher für Blinde und Sehbehinderte in ganz Österreich
Blinde und sehbehinderte Menschen aus ganz Österreich, aber auch aus den Nachbarländern, können sowohl per Anruf, aber auch per Post oder E-Mail Hörbücher in der Hörbücher-Bibliothek des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes bestellen und bekommen diese zugesendet. Durch die Spende der 2.500 Hörbücher von Dr. Dagmar Millesi wurde die Hörbücher Bibliothek nicht nur zahlenmäßig auf rund 9.500 aufgestockt, sondern auch thematisch bereichert.
Bildmaterial: Fotograf: knipseline,
PIXELIO
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