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BrailleNote - Ein unscheinbarer Name für ein leistungsstarkes Gerät

Das BrailleNote ist ein handliches, vielseitiges und leistungsstarkes Gerät, ein Organizer für blinde Benutzer und eine Sprachausgabe sowie Braillezeile für den PC. Das BrailleNote besitzt die Abmessungen eines kleinen Kassettenrekorders, 24 cm breit, 15 cm tief und knapp 4 cm hoch.

Die Oberfläche besteht aus einer ergonomisch angeordneten Brailletastatur, einem halbrunden Lautsprecher und vor der Tastatur die Braillezeile samt Cursorleitknöpfen. Die Braillezeile kann 32 oder 18 Zellen umfassen. das BrailleNote kann aber auch nur mit der Sprachausgabe genutzt werden.

An der Vorderfront des Gerätes befinden sich 4 flächige Daumentasten, mit denen die häufigsten Funktionen wie Zeilenschaltung bedient werden. An der linken Seite befinden sich der Kopfhöreranschluss, der Ein- und Ausschalter und der vertiefte Reset-Knopf. An der Rückseite sind der Netzanschluss, eine serielle, eine parallele sowie eine Infrarotschnittstelle angeordnet und zusätzlich ein Steckplatz für die CompactFlash-Karte sowie der Telefonanschluss für das eingebaute Modem. Auf der rechten Seite befindet sich der Steckplatz für eine PCMCIA-Karte.

Und das gesamte Gerät wiegt ca. 1 kg und der Akku-Betrieb erlaubt eine netzunabhängige Nutzung von ca. 20 Stunden, wobei der jeweilige Ladezustand jederzeit abgefragt werden kann.

Das BrailleNote ist Windows CE programmiert und umfasst die wichtigsten Anwendungen für:
- eine umfangreiche Textverarbeitung mit allen wichtigen Funktionen für die Bearbeitung von Texten, löschen, verschieben, kopieren, zentrieren, einfügen von Textblöcken, Dateien, Adressfelder, Datum oder Rechenergebnisse, die üblichen Zeichen- und Absatzformatierungen bis hin zur Rechtschreibprüfung oder Layout-Gestaltung für das Ausdrucken in Schwarzschrift oder das Prägen in Blindenschrift;
- Kalender und Terminplaner, wobei für jeden Tag eine ganze Seite für Eintragungen zur Verfügung steht, ferner Erinnerungsfunktion mit verschiedenen Varianten;
- eine Adressdatenbank mit mehr als 20 Datenfelder, die auf persönliche Bedürfnisse angepasst werden kann;
- ein wissenschaftlicher Taschenrechner mit den wichtigsten mathematischen Funktionen und 10 Speicherplätzen;
- Internetzugang mit eingeschränkten Möglichkeiten, direkt das Internet zu nutzen;
- Email-Programm zum Versenden und Empfangen von Emails unter Verwendung standardmäßiger Email-Protokolle und Ordnerstrukturen;
- ein Dateimanager für die Verwaltung der Dateien- und Ordnerstrukturen in beliebig vielen Verzeichnissen und Unterverzeichnissen und
- der Braillezeilenmodus, womit das BrailleNote zu einer Blindenschriftzeile für einen Screen Reader wird, oder Sprachausgabemodus für die Nutzung zusammen mit einem PC;
- und so einiges mehr, um nur die wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten aufzuzählen.

Ein paar Beispiele aus der Praxis:
Hilfefunktion: Von jeder beliebigen Stelle aus und ganz besonders dann, wenn vom System her eine Eingabeaufforderung erscheint und somit vom Benutzer etwas beantwortet, etwas entschieden werden muss, gibt es die Möglichkeit, um Hilfe zu fragen (Leertaste mit H) und schon werden sämtliche aktuell verfügbaren Optionen angezeigt. Zum BrailleNote gibt es eine sehr gute und äußerst ausführliche Beschreibung (mehr als geschätzte 300 Seiten), die im Gerät gespeichert ist, doch wäre es ungemein zeitaufwändig und mühselig, jedes Mal darin nachzuforschen, um weiterführende Befehle zu finden. Die Hilfefunktion erspart daher so manchen Lernprozess und macht die Nutzung des BrailleNotes effektiver.

Blindenschriftgerät: Das BrailleNote besitzt eine Sprachausgabe von hoher Qualität und in der Beschreibung wird immer wieder separat auf die Nutzung des Gerätes mit Sprachausgabe hingewiesen. Ich selber nutze das BrailleNote vorwiegend als Blindenschriftgerät und das Gerät bietet bisher nie dagewesene Optionen.
Zur Brailleeingabe gibt es die Option: "Gewünschtes Brailleschriftsystem für die Tastatureingabe" und hier kann eine der 4 Blindenschriftsysteme eingestellt werden: Basisbraille, Computerbraille, Vollschrift oder Kurzschrift. Aber auch die Umschaltung der Tastatur auf Einhandbetrieb ist möglich. Und noch bedeutender ist die "Option für die Braillezeile" und hier wiederum die Einstellung "bevorzugtes Brailleschriftsystem für Deutsch". Ich bevorzuge Kurzschrift und nachdem die Option ausgewählt wird, erscheint auf der Braillezeile alles in Kurzschrift. Alle Hinweise und Anweisungen vom System her werden in Kurzschrift dargestellt, alle Schwarzschrifttexte, somit Vollschrift, werden in Kurzschrift ausgegeben. Und bereits in Kurzschrift erstellte Dokumente müssen als Brailleschriftdokument behandelt werden, um keine Kürzungen der Kurzschrift zu erzeugen.
Wenn ein Text in Computerbraille erstellt wird, lese ich auf der Braillezeile den geschriebenen Text bereits in Kurzschrift, ausgenommen jenes Wort, in dem sich der Cursor befindet. Und die hervorragende Tastatur des BrailleNotes, so leichtgängig, dass man sich fast nie vertippt, ergibt somit eine rechte Freude, mit BrailleNote in Blindenschrift zu arbeiten. Und wer zu bequem ist, beim Lesen eines längeren Textes fortwährend die Zeilentaste zu bedienen, drückt Leertaste mit den Punkten 12456 und schon wird der Text auf der Braillezeile automatisch erneuert, Geschwindigkeit natürlich regulierbar.

Organizer: Jeder Buchstabe, der geschrieben wird, und jede Änderung wird unverzüglich elektronisch festgehalten und braucht nicht mehr separat abgespeichert zu werden. Das BrailleNote kann an jeder beliebigen Position ausgeschaltet werden und beim Einschalten befindet man sich unmittelbar, ohne Ladevorgang, an derselben Stelle und kann sofort weiterarbeiten. Z.B. kann beim Anfertigen einer Mitschrift das BrailleNote zwischendurch immer wieder aus- und eingeschaltet werden, ohne dass sich dies auf die Arbeitsweise negativ auswirken würde. Und wenn eine bereits seit längerem nicht mehr verwendete Datei wieder geöffnet wird, steht der Cursor immer an der Position, wo er sich befunden hatte, als die Datei verlassen worden war.
Braillezeile und Activesync: Wenn das BrailleNote mit einem PC verbunden ist, kann zwischen dem Braillezeilenmodus als Ausgabegerät und dem selbständigen Organizer hin und her gewechselt werden. Natürlich können auch jede Menge von Daten zwischen den Geräten mittels dem Activesync ausgetauscht werden, wobei das BrailleNote zu einem Laufwerk des PCs definiert wird. Ein handelsüblicher Kartenleser kann den Transfer von größeren Datenmengen zwischen CompactFlash-Karte und PC beschleunigen.

Soweit ein paar Beschreibungen aus der Praxis. Es würde den Rahmen dieses Beitrages bei weitem sprengen, würde man all die vielen Anwendungen auch nur ansatzweise aufzählen wollen, die das BrailleNote beinhaltet.

Ich habe mich für das BrailleNote entschieden, weil mir gleich bei der Vorführung das Äußere des Gerätes sympathisch war und ausgezeichnet gefiel und die technischen Daten ein geeignetes Gerät für meine speziellen Bedürfnisse versprachen. Das BrailleNote hat alle meine Erwartungen bei weitem übertroffen und es bietet ein Vielfaches an Möglichkeiten an, als ich überhaupt zu hoffen wagte.

Das BrailleNote wird von der Firma PULSEDATA, Neuseeland, hergestellt und von Fa. BAUM Elektronik in Österreich vertrieben.

Und nun das Telefonanschlusskabel ins BrailleNote gesteckt und ab geht die Post, dieser Bericht per Email.


(Der Bericht von einem Benutzer: Dr. Max Ott)

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