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Können Gerstenkörner zu einer Erkrankung der Augen führen?

FRAGE:

Meine Kinder (3 und 5 Jahre) haben sich im Flugzeug eine Augenentzündung geholt.
Sie wurden von einem Augenarzt in Brasilien mit Tropfen erfolgreich behandelt. Seitdem bekommen beide immer wieder „Gerstl� (Gerstenkörner). Vor der Entzündung hatten beide noch nie soche „Gerstl�. Diese wurden vom Augenarzt als harmlos bezeichnet. Stimmt das?

Da wir erst im Dezember nach Österreich zurückkehren, wäre ich Ihnen dankbar wenn sie mir bald antworten könnten, da ich mit dem Augenlicht meiner Kinder nicht sorglos umgehen möchte.

Danke und liebe Grüsse von G. W. (Name der Redaktion bekannt)


Antwort:

Sehr geehrte Frau W.,

Ein „Gerstl� entsteht, wenn sich Drüsen im Lidrand verstopfen und dann entzünden. In der akuten Phase tritt dies als umschriebene Rötung in Lidbereich zutage, wenn man hingreift, ist dies sehr schmerzhaft. Im weiteren Verlauf kann sich die Entzündung wieder zurückbilden und das aufgestaute Sekret abgebaut werden. Es kann aber auch sein, dass aus der entzündeten Stelle Eiter nach außen durchbricht und dann die Abheilung eintritt. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, dass sich die Entzündung zwar zurückbildet, das aufgestaute Sekret aber nicht abgebaut werden kann sondern abgekapselt wird. Man kann dann einen Knoten im Lid tasten, der nicht schmerzhaft und auch nicht gefährlich ist. Dieser müßte - so er stört - im Rahmen einer kleinen Operation entfernt werden.

In der akuten Phase der Erkrankung ist es günstig antibiotische Augentropfen und -salben zu verwenden. Zusätzlich kann man versuchen, durch eine lokale Bestrahlung (bei geschlossenen Augen) mit Rotlicht bei für einige Minuten, zweimal täglich, eine raschere Abheilung zu erreichen.

Ursächlich für ein „Gerstl� sind häufig Krusten und Entzündungen der Lidränder. Durch eine sorgfältige Reinigung mit abgekochtem Wasser kann häufig ein wiederholtes Auftreten verhindert werden.

Prinzipiell würde ich empfehlen, nochmals Ihren Augenarzt zu konsultieren und die Kinder nochmals untersuchen zu lassen.

Gerstenkörner stellen in der Regel keine das Sehvermögen unmittelbar bedrohende Erkrankung dar, wenn die Kinder wirklich ständig daran erkranken und keine Lidrandveränderungen nachweisbar sind, so sollte vielleicht noch eine Blutuntersuchung durchgeführt werden um Erkrankungen die das Abwehrsystem reduzieren, auszuschließen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan F. Egger

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